Video Workshop - Folge 5

Ukulele lernen: Fingerpicking-Ideen

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Willkommen zu einer neuen Folge von Let’s Play Ukulele! Beim letzten Workshop hatten wir es schwerpunktmäßig mit Schlagmustern zu tun. Jetzt ist es an der Zeit, einige Fingerpicking-Ideen auf die Ukulele zu übertragen. Neben bewährten Standard-Fingerpicking-Mustern geht es in dieser Folge um eine Picking-Idee mit der Arpeggiando-Technik sowie um einen Blues, der mit Hybrid-Picking gespielt wird. Aus Platzgründen habe ich in dieser Folge auf die normale Notation verzichtet, und mich auf die rhythmische Tabulatur beschränkt.

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Alle Folgen im Überblick:

(zum Öffnen klicken!)

Folge 1: Stimmung & Modelle

Folge 2: Akkorde und Schlagmuster

Folge 3: Schlagmuster aufwerten und Low-G-Tuning

Folge 4: Barré-Akkorde, Schlagmuster und Transponieren

Folge 6: Akkord-Licks, Special Effects und Chord Melody

 

Grundlagen

Wie du sicherlich schon weißt, zupfen beim Fingerpicking die einzelnen Finger der rechten Hand inklusive Daumen die Saiten. Da die Ukulele nur vier Saiten hat, ist die Zuordnung wahrlich simpel. Standardmäßig wird der Daumen der G-Saite, der Zeigefinger der C-Saite, der Mittelfinger der E-Saite und der Ringfinger der A-Saite zugeteilt. Der kleine Finger wird in der Regel nicht verwendet und nur in Ausnahmefällen mit eingebaut.

Falls du ein völliger Neuling beim Fingerpicking sein solltest, hier die Grundbewegung: Der Daumen zupft die Saiten nach unten hin an, die restlichen Finger bewegen sich in entgegengesetzter Richtung. Ob du die Nylon-Saiten mit den Fingerkuppen oder den Fingernägeln anschlägst ist auch bei der Ukulele Geschmackssache und natürlich abhängig von der Länge deiner Nägel. Wenn du dir unsicher bist und den Bewegungsablauf erst mal trainieren möchtest, kannst du als Fingerübung alle Saiten der Reihe nach zupfen. Achte darauf, das Tempo und die Anschlagsstärke gleichmäßig zu halten.

Tipp: Lass den Daumen beim Spielen etwas vor den Fingern stehen (Richtung Hals) und mache beim Anschlagen nur kleine Bewegungen!


Standard-Muster

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Wie beim Schlagmuster-Spiel bzw. Strumming, gibt es auch beim Fingerpicking eine Handvoll standardisierter Muster, die man draufhaben sollte. Es folgen zwei eingängige Achtelnoten-Ideen, die oft zu hören sind. In Beispiel 1 siehst du ein Muster im 4/4-Takt mit sechs Anschlägen. Dieses lässt sich sehr gut spielen und passt fast überall. Die kursiven Buchstaben verraten dir, welcher Finger welche Saite bedient: p = Daumen, i = Zeigefinger, m = Mittelfinger und a = Ringfinger. Nimm die Zählzahlen hinzu, wenn du Probleme mit dem Rhythmus haben solltest. Der linken Hand verpassen wir, wie in den letzten Folgen, die Platzhalter-Akkorde C, G, Am, F, und praktisch spielbereit ist das neue Muster. Aus der zweiten Folge von Let’s Play Ukulele weißt du, dass man – wenn nötig – schnell und unkompliziert durch Kürzen 3/4-taktige Muster erstellen kann. Wir streichen den Wert einer Viertelnote am Ende des Taktes (4 +) inklusive der vorhandenen Noten oder Pausen einfach raus. Das wars.

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Das nächste, zweite Picking-Muster in Beispiel 2 hat einen angepassten Fingersatz, um die Fingerbewegungen beim Anschlagen zu reduzieren. Der Daumen bekommt dabei die G- und C-Saite zugewiesen. So kommst du relativ einfach auf ein hohes Spieltempo und erhältst einen weichen, durchlaufenden Klang.


Muster mit Arpeggiando

Eine andere Spielweise des Fingerpickings, die übrigens auch gut mit einer tiefen G-Saite klingt, siehst du in Beispiel 3. Die Grundbewegung ist hier der Wechsel zwischen der obersten G-Saite und den restlichen Saiten. Welche Finger der rechten Hand zum Einsatz kommen, ist leicht zu erkennen: Gleich zu Beginn spielst du das markante Arpeggiando. Dieses entsteht, indem, beginnend mit dem Daumen, nacheinander alle Finger die Saiten schnell anzupfen. Der Klang ähnelt dem eines zeitgleichen Anschlags, nur eben leicht versetzt. Auch hier beginnst du am besten langsam, um anschließend stetig das Tempo zu steigern. Der Sechzehntel-Rhythmus gibt dem ganzen Muster eine ordentliche Portion Schwung. Wenn es noch interessanter klingen soll, kannst du die jeweilige Saite auch unmittelbar nach dem Anschlagen stoppen.

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Du bekommst dann einen kurzen, staccato-mäßigen Klang. Wenn du willst, kannst du das Muster zwischendurch mal mit den Akkorden der Tonart F-Dur ausprobieren (F, C, Dm, Bb). Das Transponieren kennst du ja noch aus der letzten Folge.


Blues mit Hybrid-Picking

Die Idee, einen Blues auf der Ukulele zu spielen, ist zwar etwas unorthodox, aber durchaus reizvoll. Wir greifen hierfür auf das Hybrid-Picking zurück, das du vielleicht schon von der E-Gitarre kennst. Wie der Name schon sagt, ist es eine Mischung aus Plektrum- und Fingerspiel. Du hältst das Pick wie gewohnt zwischen Daumen und Zeigefinger und führst immer nur Abschläge auf den beiden oberen Saiten der Ukulele aus. Dem Mittel- und Ringfinger werden die unteren beiden Saiten zugewiesen.

In Beispiel 4 findest du die Grundstruktur des Picking-Musters auf der Basis eines A7-Akkords und über zwei Takte verteilt wieder. Halte dich an die Pick- bzw. Fingerbezeichnungen, dann kann eigentlich nichts schief gehen. In dem kurzen Auftakt am Anfang startest du mit zwei gleichzeitigen Anschlägen (Pinch-Anschlag) und gehst dann mit einem Hammer-on (H) weiter im Takt wie notiert. Übe dieses Beispiel am besten gleich geshufflt, dann hast du später beim kompletten Blues schon das richtige Feel.

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Wenn du dieses Pattern weitestgehend drauf hast, kannst du zur Blues-Form in Beispiel 5 übergehen. Du siehst dort einen Blues in A-Dur, der neben den Standard-Vierklängen A7, D7 und E7 vereinzelt mit Übergangsakkorden aufgefüllt wurde, um die Sache interessanter zu machen. Jeweils am Anfang und am Ende steht gut zu erkennen eine Turnaround-Figur. Das eigentliche Picking-Muster verschiebst du im Grunde dann noch auf den fünften und siebten Bund und passt es so den Akkorden an. Du greifst hier natürlich Barré. Nimm dir ausreichend Zeit dafür und wiederhole die Form immer einige Male, um einen sinnvollen Trainingseffekt zu erlangen. Das Tempo ist Geschmackssache und bleibt dir überlassen. Alternativ hättest du auch die Möglichkeit, den Blues ohne Pick nur mit dem Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu spielen.

Ukulele-lernen-6

Das war’s wieder für dieses Mal bei Let’s Play Ukulele. Probiere dich aus und sei kreativ! In Folge 6 beschäftigen wir uns mit Intros und Endings, Special Effects und der Chord Melody auf der Ukulele. Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Spielen!


G&B-Basics

Grundwissen, Workshops, Tipps & Tricks – Die G&B-Basics geben Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um die Themen Gitarre & Bass. Da sie immer wieder neue Leser:innen erreichen und wichtige Themen erläutern, holen wir sie regelmäßig aus dem Archiv hervor.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Moin Daniel
    ich bin begeistert und gehe immer ” mehr bekannt “, mit meiner lele!
    Machst Du auch ONLINE Unterricht?
    Grüsse aus dem Norden
    Joachim Leber

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Ich schliesse mich Joachim an. Die Infos sind klar, somit auch für eine Anfängerin verständlich. Wahrscheinlich brauche ich trotzdem noch persönlichen Unterricht. Aber immerhin konnte ich mich schon etwas mit Fingerpicking befassen.

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  3. Hallo Daniel,

    bin noch absoluter Neuling aber finde das Picking auf der Ukulele sehr spannend. Gibt es einen Trick oder eine Methode das Picking Muster für eine Gitarre auf die Ukulele zu übertragen?

    Auf diesen Kommentar antworten

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