Gegründet wurde das deutsche Unternehmen unter dem Namen “Fränkische Musikinstrumentenerzeugung Fred A. Wilfer K.G.” am 1. Januar 1946 von Fred Wilfer (geb. 1917) in Erlangen. Die erste Werkstatt entstand zwei Jahre später in Möhrendorf, nur wenige Kilometer vom damaligen Firmensitz entfernt.
Bereits zum Ende des Jahres musste man aufgrund von Platzmangel umziehen. Gleiches geschah auch 1954 – die neue Fabrik wurde in Bubenreuth eingeweiht, nun schon unter dem Namen “Framus-Werke”. Auch sie galt damals schon als eine der modernsten ihrer Zeit. Ihre Fläche betrug 2200 qm und bot 170 Handwerkern Platz. Dies ermöglichte einen Output von 200 Instrumenten pro Monat.
Aus der Archtop Ära: Framus Sorella Jazz Gitarre, gebaut 1964
Ursprünglich noch überwiegend mit dem Geigenbau beschäftigt, wechselte der Fokus schon bald auf die Gitarrenproduktion. Mit der Eröffnung des Zweitwerks in Pretzfeld, welches von 1967 bis 1977 bestand, wurde Framus mit 300 Angestellten zum größten Gitarrenbauer Europas.
Ende der Siebziger kam jedoch die Anmeldung zum Konkurs. Anfang der Achtziger wurde die Arbeit komplett niedergelegt. Das die genauen Gründe dafür waren, ist schwer zu sagen, da das gesamte Framus-Archiv verloren ging.
An manchen Stellen werden innerbetriebliche Differenzen sowie finanzielle Probleme aufgeführt, die mit dem aufkommenden Konkurrenzdruck aus Japan verbunden sein sollten. Man spricht von Industriespionage. Historiker der Universität Erlangen-Nürnberg widmen sich aktuell diesem Teil der Geschichte.
1995 feierte Framus als teil der Warwick GmbH & Co Music Equipment KG sein Comeback in dem an der tschechischen Grenze gelegenem Markneukirchen. Das aktuelle Portfolio umfasst mehrere Gitarren- und Bass-Serien sowie die Produktion von Verstärkern. Auch Gitarrensaiten sind Teil des Angebots.
Zu den bekanntesten Framus Modellen gehören Panthera, Diabolo, Dragon, Cobra oder auch Hollywood. Die Preise variieren zwischen 300 (Framus FF-14M NS Legacy Series) und knapp über 3.000 Euro (Framus Teambuilt Devin Townsend).
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Seine Hölzer bezieht die Firma aus Amerika, Europa und Afrika. Dazu zählen unter anderem Riegelahorn, Bergahorn, Mahagoni oder Ebenholz, die jeweils direkt importiert werden. Zur “Beruhigung” gibt es eigens dafür gebaute Klimakammern, in denen das Holz nach dem Transport eine Zeitlang gelagert wird, bis es dann verarbeitet wird.
Framus legt seit 2005 besonderes augenmerk auf den Umwelt- und Klimaschutz. Das Unternehmen arbeitet klimaneutral und bezieht Strom und wärme zu 100% aus firmeneigenen Energiequellen, zu denen eine Photovoltaik-, eine Windkraft- und eine Erdwärme-Anlage, eine Holzabfall- und eine Abluftheizung sowie ein ebenfalls firmeneigenes, erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk gehören.
Die Hölzer stammen indes aus nachhaltiger Frostwirtschaft. Die selbst entwickelte Lackierungsmethode basiert auf wasserlöslichen Lacken, was Verfahren wie Nitrozellulose- oder Polyurethanlackierungen obsolet macht.
Seit dem Jahr 2011 arbeitet Framus nach den Vorgaben des Eco Management and Audit Scheme, einem strengen und freiwilligen Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem der EU, das auf eine stetige Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes abzielt.
Seit 2012 ist die Firma ein Teil der Umweltallianz Sachsen. 2014 folgte die Aufnahme in die Initiative “Klimaschutz-Unternehmen” des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, deren Mitglieder sich laut Selbstdarstellung “freiwillig zu messbaren und ambitionierten Zielen bei Klimaschutz und Energieeffizienz verpflichtet”, sowie “bereits herausragende Leistungen betrieblicher Energieeffizienz bei Produkten, Dienstleistungen und Produktion erbracht” haben.
Seit 2015 ist Framus Mitglied der “Initiative Deutsche Manufakturen“, die es sich laut Selbstdarstellung “zur Aufgabe gemacht” hat, den “besonderen Qualitätsanspruch der deutschen Manufakturen selbstbewusst zu repräsentieren”.
In Markneukirchen befindet sich auch das Framus Museum, welches den Besuchern Einblicke in die Geschichte des Unternehmens gewährt. das Gebäude wurde kürzlich umfassend renoviert. Die Besucher können sich auf über 200 ausgestellte Instrumente freuen, die aus der Produktionszeit 1947 bis Ende der Siebziger stammen. Von der klassischen Violine über die Attila-Zoller-Gitarren bis hin zum legendären Star-Bass zeigt die Sammlung des Framus-Museums eine für eine deutsche Instrumentenbaufirma einmalige Vielfalt.
Eine Vorab-Anmeldung ist notwendig!
Eintrittspreise:
1 Person | 85,00 € |
2 bis 4 Personen | 35,00 € / Person |
5 bis 9 Personen | 20,00 € / Person |
Gruppen (10+) | 15,00 € / Person |
Kinder bis 10 Jahre | freier Eintritt |
Adresse: Framus Museum / Adorfer Str. 25 / 08258 Markneukirchen
Der ohne Frage berühmteste Spieler, der eine Framus je angefasst hat, war der KING persönlich. Es ist dokumentiert, dass Elvis eine Tango 5/57 aus den 1950er Jahren und eine Riviera 5/54 von Mitte der 1960er Jahre besessen hat. Auch John Lennon und Keith Richards zählten zu den frühen Framus-Fans.
Heute hat Framus eine wahre Armada an großen Namen im Portfolio, die genreübergreifend zu den Instrumenten des Herstellers greifen.
Der Framus Custom Shop für gehobene Ansprüche zu einem entsprechenden Preis hört auf den Namen Masterbuilt. Aktuell umfasst das Angebot 28 Modelle.
Text: Franz Holtmann